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Streit um geplanten 5G-Sendemast in Pelm

ÖDP informiert sich vor Ort

In Pelm ist es zum Streit über den möglichen Standort für einen 5G-Sendemasten gekommen. Gegen den von der Deutschen Telekom bevorzugten Platz am Wasserhochbehälter an der Baarlei hat sich in der Bevölkerung massiver Widerstand formiert. Dieser Ort liegt dicht an Wohnbebauung und Kindergarten sowie in unmittelbarer Nähe zu einem Rutschhang. Es gibt Bedenken wegen möglicherweise gesundheitsschädigender Auswirkungen eines Mobilfunksenders, der Stabilität des Hanges und des Eingriffs in das Landschaftsbild.
Innerhalb kürzester Zeit sammelte eine Bürgerinitiative in nur einem kleinen Teil von Pelm 80 Unterschriften gegen den geplanten Standort.
Am Sonntag, dem 15. August, hat sich nun der Kreisvorstand der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP-Westeifel) in Pelm getroffen, um sich ein eigens Bild über die umstrittene Planung für den Sendemasten zu machen.
Dabei stellten sich den Teilnehmern mehrere Fragen: Wie notwendig ist die Versorgung der Ortslage mit 5G, und warum sollte hierfür ein neuer Sendemast erforderlich sein? Für die Versorgung der Bevölkerung bietet der neue 5G-Funkstandard gegenüber dem herkömmlichen 4G keinerlei nennenswerten Mehrwert. Die Nutzung von Frequenzen im Gigahertz-Bereich mit der Möglichkeit höherer Datenübertragungsraten ist nur über kurze, unverstellte Strecken praktikabel; da wäre Pelm mit nur einem Standort nicht abzudecken. Datenübertragung im 5G-Standard als auch die Nutzung von Frequenzen im Gigahertzbereich sind eigentlich nur für industrielle Anwendungen von Interesse, für die normale Bevölkerung haben sie aber keinen Vorteil.
Das Funknetz der Telekom ist schon jetzt in ganz Pelm empfangbar. Warum ist ein neuer Mobilfunk-Sendemast in Pelm überhaupt notwendig, und welcher Bedarf soll also von einem Sendemasten auf der Baarlei abgedeckt werden? Auf welchen Frequenzen soll der Sendebetrieb erfolgen? Welche Sendeleistungen sind geplant? Mit welchen Richtwinkeln sollen die Antennen arbeiten? Dazu liegt der Bevölkerung in Pelm bislang keine einzige Antwort vor.
Von verschiedenen Pelmer Bürgern wurden mehrere alternative Standorte vorgeschlagen. Im Rahmen des Ortstermins konnten von den Öko-Demokraten verschiedene Stellen rund um Pelm, die als potentielle Errichtungspunke in Frage kommen, besucht werden. Hier fordert die ÖDP eine objektive Diskussion unter Einbeziehung aller Varianten und Gespräche mit benachbarten Orten, die von einem 5G-Sender in Pelm auch betroffen wären.
Eine abschließende Entscheidung über Bedarf und Ort für einen neuen Sendemasten darf nach Ansicht der ÖDP nicht ohne eine umfangreiche Information, Beantwortung der immer noch offenen Fragen und Beteiligung der betroffenen Bevölkerung beschlossen werden.
Schon jetzt zeigt die Anzahl der von der Bürgerinitiative gesammelten Unterschriften, dass die Einleitung eines Bürgerentscheides in dieser Frage möglich wäre. Dies sollte vor einem endgültigen Beschluss bedacht werden.